Südschule Kamen

Geschichte

Die Geschichte der Josefschule

Bis zum Jahre 1814 wurden die Kinder der wenigen katholischen Familien aus Kamen und Umgebung in der einklassigen Klosterschule von Patres unterrichtet. Ein Jahr nach der Auflösung des Klosters bildete sich 1815 eine selbstständige katholische Schulgemeinde, zu der auch Familien aus Methler, Heeren, Bergkamen und Südkamen gehörten. Die Kinder wurden in verschiedenen Räumen unterrichtet. 1867 wurde ein neues massives Schulgebäude an der Klosterstraße errichtet, das bereits 1883 erweitert werden musste.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung der Stadt Kamen ganz erheblich. Die beginnende Industrialisierung, besonders der Bergbau, war Ursache der Bevölkerungsexplosion. Auch der Anteil der katholischen Einwohner stieg unverhältnismäßig stark an, sodass plötzlich für die katholischen Kinder ein dringender Bedarf nach einem neuen, größeren Schulgebäude bestand. Dieses wurde 1898 zunächst als zweistöckiges Schulhaus mit 8 Klassenräumen errichtet und erhielt am 25.10.1898 den Namen „St. Josephs-Schule“. Der Neubau kostete einschließlich Grunderwerb und Einrichtung 52.861,61 Mark.

Schülerzahlen an der katholischen Schule in Kamen:
1896 - 482 Kinder
1897 - 534 Kinder
1898 - 683 Kinder
1899 - 714 Kinder
1900 - 790 Kinder.

höchste Zahl:
1906 - 828 Kinder

Diese Zahlen und auch die damaligen Richtlinien, dass nur bis zu 80 Kinder in der Klasse mit einem Lehrer zulässig waren, machten den Aufbau eines weiteren Stockwerkes bei dem neuen Schulgebäude notwendig. Seit dem 1. Dezember 1908 standen nun 12 helle, geräumige Klassenzimmer zur
Verfügung.

Weitere bauliche Veränderungen:
1909 - Vorbau eines zusätzlichen Treppenhauses an der Ostseite
ab 1921 - Versorgung mit elektrischem Strom
1929 - Warmwasser-Zentralheizung mit Koksfeuerung
Anbau eines Toilettenhauses mit Wasserspülung
Anlage von Wasserbecken auf den Fluren
1938 - Umbenennung in „Fichteschule“ auf Anordnung der nationalsozialistischen Verwaltung
1939 –1945 Gemeinschaftsschule für Mädchen
1946 - Wiedereinrichtung der katholischen Schule „Katholische Fichteschule“
1950 - Umbenennung in „Katholische Josefschule“
1955 - Modernisierung des Hauptgebäudes
1963-1966 - Umbauarbeiten, u.a. Einbau einer zweiten Treppe

Das Jahr der Schulreform:
1968 - Teilung der Volksschule in Grund- und Hauptschule
Das Gebäude wird zunächst als Gemeinschaftsgrundschule Diesterwegschule, später bis 2000 u.a. als VHS-Haus II genutzt. Nach der Teilung der Volksschule in Grund- und Hauptschule bestand die Josefschule auf Grund des Elternwillens als katholische Bekenntnisgrundschule weiter.
Ihr stand aber eine Reihe von Umzügen bevor.

Hier die Zusammenfassung der Schulstandorte:
1968 – 1971 Pavillon auf dem Schulgelände (heute AWO-Kindergarten)
1971 – 1975 Schulgebäude Kirchplatz 4
1975 – 1982 Schulgebäude Kirchplatz 11 (1983 abgerissen)
1982 – 2001 Schulgebäude Am Koppelteich 16
20. August 2001 Neubeginn im Ursprungsgebäude der Josefschule:
Schwesterngang 8

Nach der Schulreform 1968 hatte die Josef-Grundschule einen recht schwierigen Start: Für die 6 Klassen (198 Kinder) standen in dem Pavillon nur 4 Lehrpersonen und 4 Klassenräume zur Verfügung. Die Aufgaben der Schulleitung lagen 2 Jahre u.a. in den Händen der Lehrerinnen Frau Marita Müller und Frau Marlis Richter.
1970 – 1975 war Herr Gottfried Röttger Rektor der Josefschule.
1975 – 2006 war Herr Benno Placke Schulleiter.
1998/99 feierte die Josefschule an ihrem damaligen Standort „Am Koppelteich 16“
ihr 100-jähriges Jubiläum.
Zu diesem Anlass wurde eine Festschrift erstellt, in der ausführlich die geschichtliche Entwicklung dieser Schule sowie Szenen aus dem Schulleben in Bild und Wort dargestellt wurden.

Josefschule an ihrem damaligen Standort „Am Koppelteich 16“ 1982-2001

Mit Beginn des Schuljahres 2001/02 sollte die Schullandschaft in Kamen verändert und erweitert werden: Zusätzlich zu den bisherigen weiterführenden Schulen in Kamen (2 Gesamtschulen, 1 Gymnasium) sollten nun auch eine Hauptschule und eine Realschule angeboten werden. Als Standort für die Hauptschule war das Josefschulgebäude „Am Koppelteich 16“ vorgesehen. Die Josefschule sollte in die alte Josefschule von 1898 umziehen.
Nach den notwendigen Ratsbeschlüssen musste das Gebäude „Schwesterngang 8“ im ersten Halbjahr 2001 zur neuen Josefschule umgebaut werden. Dabei mussten auch Kriterien des Denkmalschutzes beachtet werden.

Hier einige der Umbaumaßnahmen:
- Rückbau der Fassaden
- Rückbau und Sanierung der alten Fensteranlagen
- Dachsanierung
- Komplettsanierung innen:
- neue Elektroinstallation, Vernetzung
- neue Heizungs-/Sanitärinstallation
- Malerarbeiten
- Oberbodenbelagsarbeiten
- Brandschutztechnische Maßnahmen
- Einbau von Brandschutzdecken
- Fortführung des 2. Treppenhauses bis zum
II. OG als 2. baulichen Rettungsweg
- Umsetzung der Statue des Heiligen Josefs in die
Nordfassade
(Herstellung des ursprünglichen Zustandes)

Die Wünsche und Anregungen der Elternschaft und des Lehrerkollegiums wurden dankenswerterweise berücksichtigt und umgesetzt.
Wir sind z.B. sehr glücklich darüber, dass im 2. OG eine Aula (großer Mehrzweckraum), der u.a. auch für schulische Feiern geeignet ist, eingerichtet wurde.
Der Umzug zum 20. August 2002 klappte planmäßig, und der Unterricht konnte ohne größere Störungen aufgenommen werden. Inzwischen fühlen wir uns in dem restaurierten Gebäude sehr wohl.

Nordansicht 02/2009
Haupteingang 02/2009

Nach der Verabschiedung von Herrn Placke im Juni 2006 übernahm zunächst Frau Langenberg, Lehrerin an der Josefschule, kommissarisch die Schulleitung. Im Zuge des neuen Schulgesetzes plante die Stadt Kamen 2006 einen Schulverbund zwischen der Südschule und der Josefschule.
Dieser Schulverbund trat zum 01.08.2007 in Kraft. Die Schule wurde umbenannt in:

Grundschulverbund Kamen
Südschule - Josefschule
Städt. Gemeinschaftsgrundschule Städt. katholische Grundschule
Stammschule Teilstandort

Frau Ursula Heil, bis dahin Schulleiterin der Südschule, übernahm die Schulleitung dieser Verbundschule. Aus rechtlichen Gründen konnte die Schulaufsicht diesen Schulnamen nicht akzeptieren. Ein neuer Name musste gefunden und vom Schulträger genehmigt werden. Dieses geschah im Dezember 2008. Die Schule trägt nun den folgenden Namen:

Südschule
Städt. Gemeinschaftsgrundschule Kamen
mit kath. Bekenntnisstandort Heiliger Josef

Seit dem 01.02.2009 leitet Herr Bernd Kleinschnitger den Schulverbund.